Ein zerstörtes Haus. Nur noch eine Mauer steht. Drum herum sind kleine Büsche gewachsen
Es ist die größte Umweltkatastrophe Brasiliens: Am 5. November 2015 brachen die Dämme zweier Rückhaltebecken einer Eisenerzmine im Bezirk Mariana. Der giftige Schlamm begrub 19 Menschen und einige Dörfer unter sich – und floss bis in den Atlantik. Bis heute kämpfen die Betroffenen um ihre Rechte.

„Am 5. November 2015 erfuhr ich erst von diesem Rückhaltebecken über uns. Ich wusste gar nicht, dass es existiert“, erzählt Maria do Carmo. „Als meine Schwester mich an dem Tag anrief und sagte, dass der Damm dort gebrochen sei, hab ich ihr zuerst nicht geglaubt.“ Maria do Carmo wohnte mit ihrem Mann und den zwei Kindern im Dorf Paracatu. Es ist 70 Kilometer von Bento Rodrigues entfernt, dem Dorf, das als erstes von der Lawine überschwemmt und vollständig zerstört wurde.

Mehr als 34 Millionen Kubikmeter Schlamm wälzten sich vor zwei Jahren talabwärts. Von den beiden Rückhaltebecken der Eisenerzmine der Firma Samarco entlang des Flusses Rio Doce bis in den Atlantik. Obwohl die Risse in der Staudammmauer bekannt waren, hatte Samarco das Becken durch eine massiv gesteigerte Fördermenge überlastet.

„Wir mussten den Schlamm gar nicht erst sehen. Der fiese Gestank und das laute Grollen waren kilometerweit zu hören. Der Strom fiel aus. Wir hatten Angst. Mein Mann öffnete die Tür, um zu sehen was da draußen los war – und trat in den Schlamm, der schon unser Haus erreicht hatte“, Maria do Carmo holt tief Luft. Die Erinnerung schmerzt noch immer. Weiter auf misereor.de

Zwei Bilder nebeneinander: Links ein gelbes Haus mitten in der Natur. Rechts dasselbe Haus umgeben von SchlammDas Haus von Maria do Carmo und ihrer Familie vor und nach der Schlamm-Katastrophe. Foto: Maria do Carmo

 

Titelbild:
Einige Menschen bauen neben ihrem zerstörten Haus ein neues. Sie wollen nicht warten bis die Situation gesetzlich geregelt ist und möchten so schnell wie möglich in ihre Heimat zurück – trotz der Giftstoffe in der Erde. Foto: Christina Weise